richtig Kompression messen

richtig Kompression messen

Neuer Beitragvon Macke » Mo 22. Sep 2014, 19:26

Moin.Ich wollte mal schildern wie ich jetzt am einfachsten,ohne Komplikationen die Kompression messe.
Also die oberen Kerzen alle raus.Den Schlauch für den Bremskraftverstärker von der Ansaugbrücke lösen,damit
die Zylinder auch genügend Luft saugen können,sonst wird es ungenau und man kann es auch gleich bleiben lassen.
Dann mit einem langen dünnen Schraubendreher die 3 Stecker von den
Zündspuhlen lösen,damit es keine ungewollten Verbrennungen gibt.Dann das Prüfgerät aufschrauben und durchorgeln lassen.
Die Sicherung zur Kraftstoffpumpe könnte man auch noch ziehen,ist die hinter der 27,aber bei den Kugeln gibt es die wohl nicht,
oder schwer zugänglich,da unter einem Sitz verbaut.
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Re: richtig Kompression messen

Neuer Beitragvon Kalle » Mo 22. Sep 2014, 20:21

Moin,
die Kompressionsmessung ist die untauglichste Dichtheitsmessung überhaupt. Die Aussagekraft eines Kompressionsdiagramms ist äußerst eingeschränkt. Wenn große Unterschiede auftreten, liegen massive Probleme vor. Ist das Diagramm gleichmäßig, heißt das überhaupt nichts. Ein Motor mit großer Laufleistung und 6 l Ölverbrauch auf 1000km mit 80 bis 85% Druckverlust drückte bei der Kompressionsmessung auf allen Zylindern gleichmäßig 14,5 bar.
Treten große Druckunterschiede beim Messen auf, hilft das Einspritzen der Zylinderwand mit Öl und erneuerter Messung.Stimmen jetzt die Druckwerte, ist es teuer, denn Kolben und Zylinderwand sind hin. Bleibt der Wert weiterhin niedrig sind nur der KOpf und die ventile.
Die relative Komressionsmessung über die Messung des Starterstroms beim jeweiligen Aufbau der Kompression ist deutlich aussagekräftiger.
Wirkliche brauchbaren Aussagen kann man der etwas, aber nur etwas aufwändigeren Druckverlustmessung, entnehmen. Undichtigkeiten sind sofort eindeutig zu bestimmen, Kolbenringe, Ventile, Kopfdichtung nach außen, zum Kühlsystem, zur Schmierung.
Bei allen Messungen ist wichtig, dass die Messungen nicht etwa kalt, sondern nur betriebswarm durchgeführt werden.
Vielleicht schreibt schraubelockas Mark noch was über die Volumenprüfung.
Gruß Kalle
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Re: richtig Kompression messen

Neuer Beitragvon Macke » Di 23. Sep 2014, 07:51

Also mich hat es schon mal einen Hinweis auf ein mechaisches Problem gebracht.Mein Motor lief im Leerlauf nur auf 3 Pötte,wärend der
Fahrt aber auf alle 4Zylinder. Ein Kerzenwechsel hatte nix gebracht.Kompressionsprüfung zeigte dann 3 x 14,5 und ein mal 9,5bar und schon wußte ich,
das ich in der Elektronic oder Elektrick nicht weiter suchen brauchte.Es war ein Außlassventil mehrfach im Teller gerissen. ;-)
Also ganz darauf verzichten möchte ich nicht.Gerade wenn man sich die Verdichtung selber anpasst oder auf Fehlersuche am Motor ist,kann man
das sehr gut gebrauchen,allerdings nur,wenn man es richtig macht.Was ich so über den Kompressionstest vom Boschdienst gelesen habe,das
kann man sich natürlich total klemmen,denn wenn die nicht mal für ausreichend Luftzufuhr für die Zylinder sorgen,kann dabei nur ungenaues bei raus kommen.Habe ich selber mal so ausprobiert und die Unterschiede sind echt verblüffend,nicht nur das mehr Druck erzeugt wird,ohne ausreichend
Luft zeigen auch alle Zylinder sehr unterschiedliche Ergebnisse,gleich danach mit abgeschraubter Drosselklappe zeigten dann alle Zylinder annähernd
gleiche Ergebnisse. :o
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Re: richtig Kompression messen

Neuer Beitragvon Kalle » Di 23. Sep 2014, 09:19

Moin Marko,
na klar, dicke Fehler kann man mit der Kompressionsmessung prima feststellen. Da hat sie ihre Berechtigung voll und ganz.
Nur wenn das Kompressionsdiagramm i.O. ist, kann der Motor trotzdem "Fritte" sein. Zur Schadensanalyse ist sie brauchbar....eben nur nicht zur Verschleißmessung. Da die Schadensanalyse mit der Druckverlustmessung deutlich zielführender ist und die Arbeit fast die gleiche, bzw, bei uns sogar noch einfacher, bevorzuge ich letztere.
Gruß Kalle
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Re: richtig Kompression messen

Neuer Beitragvon Macke » Di 23. Sep 2014, 19:38

Also zur Verschleißmessung habe ich die Kompressionsprüfung noch nie benutzt.Wenn ich z.B. einen gebrauchten Motor auf dem Schrottplatz
kaufen würde,dann würde ich mir eventuell den mit dem gleichmäßigsten Kompressionstest aussuchen.Ansonsten ist der Kompressionstest eigentlich nur für die Fehlersuche oder Verdichtung analysieren geeignet.Z.B. bei meinem Calibra sind die Werte gleichmäßig bei 10,5,orginal liegen die aber bei
ca 12bar.Da hat der Tuner meines Vorbesitzers ne zusätzliche Kopfdichtung mit drunter gepackt,die ich demnächst aber wieder ausbaue,denn mit
Autogas kann er bißchen höhere Verdichtung vertragen.Der Lader spricht dann schneller an und der Spritverbrauch geht dann sicher auch bißchen
weiter runter.Bei meinem Smart sind 12bar zu viel.Bei nem Ladedruck von über 2bar klingelt er dann sogar auf Gas.Da würde ich 11 bis 11,5bar
Verdichtung anstreben.Jetzt mit 10,5 ists auch nen Tick zu wenig geworden.
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