Reifenalter und HU

Reifenalter und HU

Beitragvon Rudi-Carrera » Mo 29. Jul 2019, 17:32

Hallo in die Runde,

auf Grund aktueller, negativer Erfahrungen mit der DEKRA und bestimmten Werkstätten im Bezug auf das Reifenalter und die HU, möchte ich meine Recherchen hier gerne Preis geben.

Hintergrund war, wir sind umgezogen und zum Ummelden ist zwingend eine gültige HU nötig. Bei den Motorrädern war dies nicht der Fall, was gesundheitliche Gründe, aber auch mangelnde Zeit als Ursprung hatte. Nun hat mein Motorrad Reifen drauf, die zumindest hinten 15 Jahre alt sind. Da ordentlich gelagert, keine Risse, noch fast neuwertige Profiltiefe usw. Da ich aus Zeitmangel auch in 2019 nicht zum Fahren komme, gings wirklich nur um die HU und dann wieder ab in die Garage. Für 2020 ist dann wieder mal Fahren angesagt, so nicht wieder irgendwas dazwischen kommt... Die HU wurde mir verweigert, die Reifen seien zu alt, der Prüfer kann dafür keine Verantwortung mehr übernehmen. Das bedeutete, 315 Euro für zwei neue Reifen, was natürlich nicht geplant war, zumindest nicht für 2019, da hatten wir schon genug Ausgaben und zu wenig Zeit.... Auf Anfrage beim TÜV Nord erhielt ich nun die folgende Aussage in der Schriftform:

Es gibt keine Vorschrift für Motorradreifen, die ein maximales Alter vorschreibt. Wenn der Reifen keine Beschädigung, Porosität oder eine zu geringe Profiltiefe aufweist, ist er gemäß HU-Richtlinie nicht als Mangel zu bewerten.

Um es vorweg zu nehmen. Ich weiß auch, das solche Reifen bei niedrigen Temperaturen und gerade bei Nässe gefährlich sind/sein können. Es ging mir nur um eine HU und die Ummeldung, nicht mehr.

Das zeigt uns aber wieder, da wird mit sehr viel Willkür bei den Prüfern umgegangen, oder sinds Abkommen mit den Werkstätten, um noch was verkaufen zu können? Bitte nicht über die Sicherheit diskutieren, es geht mir um die rechtliche Seite. Ich wäre definitiv 2019 nicht gefahren und hatte eine große Inspektion inkl. Allin für 2020 geplant. So ein Hauskauf mit Umzug und Renovierung kostet mal schnell viel Geld und ich arbeite auch nur.....

LG,

Rolf
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Mo 29. Jul 2019, 20:28

Hallo Rolf,
ich bin da nicht bei dir, ich kann auch den TÜV-Menschen nicht ganz verstehen.
Wenn ein Reifen nicht bewegt wird, altert er rapide, ohne das Beschädigungen, Risse oder ähnliches zu sehen sind. Wenn er regelmäßig "durchgewalkt" wird, altert der Reifen deutlich weniger. Der Reifen ist ein Gemisch mit Füllstoffen, z.B. auch Wachs, die sich entmischen, die Funktion ist nicht mehr gewährleistet. Der gleiche TÜV-Prüfer würde bei einem Gutachten zu einem Unfall mit Personenschäden diese Reifen als KO-Kriterium bewerten. Als Prüfer würde ich da auch keine Freigabe erteilen. Das ändert nichts daran, dass bis zu 5 Jahre alte Reifen als "Neureifen" verkauft werden dürfen.
Jrooß Kalle
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Heichelter » Mo 29. Jul 2019, 23:35

Es gibt keine gesetzliche Regelung, die ein maximales Reifenalter festschreibt.

Fahre oft Reifen die 10 Jahre oder älter sind. Es ist im Nassen grenzwertig und nicht zu empfehlen. Auf der Bahn, ist mehr als 80km/h, totaler Leichtsinn.
Ich achte aber drauf das der Reifen nicht porös ist und sonst keine Schäden hat. Verschleißen tun die nicht mehr.

Auf dem Oldtimer waren die Reifen 35 Jahre alt als wir den bekommen haben (mit frisch TüV). :cry:

Und ja, die Prüfer sind Götter, da widerspricht man nicht!
Achtung:
meine Beiträge werden gerne gelöscht oder ohne mein Wissen ab geändert.

„Wer einmal elektrisch gefahren ist, der ist für alle Zeiten für den Verbrenner verloren.“ Dr. Stefan Niemand, Leiter Produktplanung der AUDI AG

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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » So 9. Mai 2021, 08:06

Moin. Ich hab das gleiche gerade hinter mir. Deshalb mal ein Vergleich,von Reifenherstellern und Alterungen der Reifen. Ich habe einige Sätze Sommer,Winter und Ganzjahresreifen liegen,die alle im Alter um die 8 bis 10Jahre sind.Mit den Hangkoog Sommerrädern 8Jahre alt bin ich wegen kleine Risse zwischen den Blöcken nicht durch die HU gekommen. Vredestein Ganzjahresreifen 8Jahre alt,haben keine sichtbaren Alterungen,Barum Sommer 10Jahre alt,keine sichtbaren Alterungen. Ich werde sowieso nur noch Ganzjahresreifen fahren,also suche ich nach Herstellern,wo die Reifen nicht so schnell altern. Würde Vredestein wieder nehmen,aber Pirelli gefällt mir momentan besser,da sie leiser sind und sich bei durchstoßen selber abdichten. Allerdings die Alterung hab ich keine Erfahrung,aber wenn man sie Ganzjährig fährt,sollte das kein Problem sein.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Klaus » Mo 10. Mai 2021, 15:03

Habe in dem Zusammenhang dann mal ne Frage - wegen Corona habe ich meine Sommerreifen 1.5 Jahre nicht aufziehen lassen, d.h. die sind seit ca. November 2019 eingelagert gewesen. Kann das schon Probleme geben, oder erst wenn die mehrere Jahre nicht gefahren wurden ?
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Mo 10. Mai 2021, 15:28

Wenn die kühl, trocken und dunkel gelagert werden nicht.
Meine Semislicks liegen auch schon 1,5 Jahre rum.
Jrooß und bleibt gesund!
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » Di 11. Mai 2021, 05:35

Moin. Kommt auf die Gummimischung an. Wenn die Reifen keine Risse in der Zeit gebildet haben geht's. Meine Hangkoog waren die meiste Zeit ihrer 8 Jahre auch eingelagert und haben Risse,glaub die waren auch schon vor 3Jahren drin,als ich sie zuletzt gefahren habe.Man muss sich die Reifen halt genau anschauen.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » Do 10. Jun 2021, 17:51

Fulda Ganzjahresreifen kann man auch knicken. Hab heute festgestellt,dass die jetzt auch schon im Alter von nur 5 Jahren porös werden.Prifil ist erst halb runter.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Klaus » Do 10. Jun 2021, 17:57

Meine Winterreifen die ich draufgelassen hatte bis diese Woche sind von 2010, fuhren sich aber noch völlig problemlos. Der Reifenfritze drängt jetzt aber auf Ersatz. Die Sommerreifen sind von 2016, und seiner Einschätzung nach noch top. :)

Bin immer noch perplex, wie groß der Unterschied von den leichten 185er Winterreifen auf die schwereren V-Spec-Reifen auf Trackline ist, beim Anfahren und aus niedrigen Geschwindigkeiten beschleunigen. Als wären über 100kg mehr im Auto.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » Do 10. Jun 2021, 18:43

Räder gesammtgewicht merkt man schon deutlich, einige Kg mehr oder weniger. Hab beim Smart immer auf leichte Reifen besonders geachtet. Bei gleicher Grösse haben Reifen manchmal bis zu 3kg Unterschied.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Do 10. Jun 2021, 23:19

Moin,
tja, da muss man sich entscheiden, ob man leichte Reifen nimmt oder Reifen mit steifer Karkasse und passender Gummimischung, die Längs- oder Querdynamik über 1g ermöglichen, sprich UHP oder Semislicks.
Jrooß Kalle
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Klaus » Do 10. Jun 2021, 23:31

Ich wollte halt mal 205er oder 195er mit Spezifikation H ausprobieren, weil wir V ja nie brauchen, und die schweren Stahlgürtelkonstruktionen für hohe Endgeschwindigkeiten viel Gewicht verursachen. Die sind aber leider total selten geworden.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Do 10. Jun 2021, 23:58

Ich hatte ehedem 195/50R15 , für die Straße und die Rennstrecke durchaus brauchbar, aber bei Kreisverkehren, am Berg und beim Slalom kommt man mit den Dackelschneidern :mrgreen: einfach nicht um die Kurve, sondern rutscht mit eingeschlagenen Räder einfach nur geradeaus. :o .
Auf meinem Brummer sind 5 Jahre alte Michelin 185R15 Ballonreifen mit historischem MXV-P Profil. Zu denen habe ich kein rechtes Vertrauen, unvorhersehbares Untersteuern oder mangelhafte Haftung beim brutalem Abbremsen. Ich überlege auf moderne 195/70R14 Yokohamas AD 008 umzusteigen. Mal sehen.

Das hier ist lustig
https://www.ebay.de/itm/233371817451?ch ... gKSRvD_BwE

Wer die kauft, dem ist nicht zu helfen.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Klaus » Fr 11. Jun 2021, 12:30

Kalle hat geschrieben:Zu denen habe ich kein rechtes Vertrauen, unvorhersehbares Untersteuern oder mangelhafte Haftung beim brutalem Abbremsen.


Also Trainingsreifen. :D

Habe gesehen, dass es 205er Reifen in H als Ganzjahresreifen gibt, würden die für den Alltag taugen ? 195er gibt es momentan doch diverse gute in H, z.B. Dunlop Sport BlueResponse. Allerdings 82H.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Fr 11. Jun 2021, 13:01

Hallo Klaus,
Ganzjahresreifen auf einem Sportwagen, och nöh.
Allein die Vorstellung tut mir schon weh.
Ich war gerade mit Erfolg beim TÜV, aber der Rost am hinteren Zusatzrahmen und den Achsteilen nerven mich. Ich überlege, ob ich die Teile nicht verzinken lasse.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » Fr 11. Jun 2021, 15:34

Ich fahr auf meinem Cali mit 300PS auch Ganzjahresreifen, da es Winterräder für den nur bis V gibt.So schlecht sind die nicht, Gummimischung ist auf jeden Fall weicher als bei Sommerreifen. Sommerreifen werde ich nie wieder kaufen, die bekommst im Leben nicht mehr runter gefahren.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Klaus » Fr 11. Jun 2021, 16:12

Wie sieht es aus mit der Traglast von 82H zu 86H ? Ist da ein schlechteres Fahrverhalten zu erwarten, oder ist das bei unserem Fahrzeuggewicht egal ?
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Fr 11. Jun 2021, 17:08

Das hängt vom Luftdruck ab.
Ich fahre auf dem Smart gerne Reifen mit sehr steifer Karkasse und wenig Luftdruck, damit die Laufflächen auf Haft ;-) Temperatur kommen. Die 205/50R15 haben als Yokohama ADo8 eine Tragzahl von 86, die Nankang AR1 von 89. Ich fahre auf der Straße vorne 1,3 bis 1,5 bar, hinten mit PU Zentrallager +0,1 bar mit Serienlager + 0,2 bar.
Auf der Rennstrecke 1,1 bis 1,2bar und hinten + 0,1bar.
Zieltemperatur umme 55°C +-5°
Damit kann man wie Hulle um die Kurve und deutlich später bremsen als die meisten GT3 Fahrer .... nur bei ungefähr 195 km/h ist dann Schluss, nix ist umsonst.
Wenn dir das aberwitzig vorkommt, mein TVR 3000M ( rund 1000kg) bekommt mit 185R14 mit Tragzahl 91 vorne 1,5bar und hinten 1,65 bar ab Werk!!!!!
Für mich sind die von Smart angegebenen Drücke von 2bar vorne und hinten schlicht kriminell :lol: .
Mit Winterreifen, also voll normal, fahre ich vorne 1,5-1,6 und hinten + 0,15bar.
Once upon in the west beim Slalom in NE habe ich nach dem ersten Durchgang gemerkt, dass die Reifen zu kalt waren, also vorne 0,1 bar runter ..... hinten .... hinten ging nicht mehr, ich musste wieder auf die Strecke ........es kam was kommen musste, ich habe unfreiwillig einen 360°Turn eingebaut und eine Pylone geschmissen. 5s Zeitverlust +3s für die Pylone, nur 8s langsamer als im ersten Heat, das dürfte für eine solche Aktion Rekord sein. Will sagen beim Fahren im Grenzbereich machen 0,1bar viel aus.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Macke » Fr 11. Jun 2021, 17:20

Die GT3 sind ja auch deutlich schneller,also müssen die auch deutlich früher bremsen😂 Das ist kein guter Vergleich.
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Re: Reifenalter und HU

Beitragvon Kalle » Sa 12. Jun 2021, 12:04

Natürlich :cry: müssen sie früher bremsen, aber nicht in der Anbremszone vor mir stehen :( .
Sie müssten ja auch größere Kurvengeschwindigkeiten realisieren können, theoretisch.
Ganz schlimm ist meine Augenkrankheit :( :? , wenn sie nach der Kurve so schnell kleiner werden. :mrgreen:. Das war by Racetrack for you. Wir fahren ja schon länger mit der Seven-IG, da sind nur ein ganz wenig (außer uns :lol: ) Spinner unterwegs, trotz allem war es vor zwei Jahren nachmittags trotz Regen, Ardennen halt, nett, da waren nur die Harten ;-) im Garten und man konnte sich aufeinander verlassen. Wir waren bei bis zu 460PS-Autos natürlich fahrbare Schikanen ;-) .... oder auch nicht.
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